Die Rollenspiel-Neuheiten auf der SPIEL 2011

Kategorie: Rollenspiele   ·   Geschrieben von Ron am 12. Oktober 2011

Im Frühjahr habe ich noch die Frage gestellt, ob es sich überhaupt lohnt, für die Roleplaying Convention in Köln eine Vorschau auf die dort vorgestellten Neuheiten zu machen. Schließlich war traditionell die SPIEL-Messe im Herbst der größte Anlaufpunkt für alle Fans der Pen-&-Paper-Rollenspiele. Ich habe mich damals schnell umstimmen lassen und eine Liste gebastelt (plus ein Nachtrag), analog der Liste, die ich seit 2005 regelmäßig für die Veranstaltung in Essen mache.

Nun stehe ich vor den Infos, die ich größtenteils von den Verlegern bekommen habe, und stelle fest: holla, das ist ja dieses Jahr irgendwie weniger geworden. Auffällig ist, dass viele Verlage, die in den letzten Jahren feste Größen in Essen waren, dieses Jahr erstmals ganz fehlen. Allerdings kann man noch nicht behaupten, dass dies durch die Konkurrenz der Kölner RPC bedingt sein muss. So ist das erstmalige Fehlen des Feder-&-Schwert-Verlags Konsequenz einer Umpositionierung weg vom einstiegen Urgestein mit der Lizenz für Welt-der-Dunkelheit und Dungeons-&-Dragons im Portfolio hin zu einem Verlag für fantastische Belletristik (die Dresden-Files-Roman-Lizenz liegt unter anderen nun bei den Mannheimern). Die aktuell stattfindende Frankfurter Buchmesse so kurz vor der SPIEL trägt sicherlich auch einen Teil dazu bei (Messeauftritte sind halt stressig für die Verlage, keine Frage). Aber auch Sighpress ist nun nicht mehr in Essen vertreten, der Verlag von Degenesis und vielen anderen kleineren aber feinen Rollenspielen aus deutschen Landen hatte viele Jahre auch durch sehr interessante Previews geglänzt (ich werde immer noch der nie vollendeten Veröffentlichung von Aera hinterher trauern). Chris (Günther) vom Sighpress-Verlag schreibt dann auch kurz und bündig: „Mache eine Pause. Nächstes Jahr geht’s dann wieder los.“ Für das NOVA-Rollenspiel erscheint laut Daniel (Scolaris) neues Material auch erst zur RPC 2012, auch Jürgen (Mang) von jcgames ist erst wieder in Köln mit seinen Space-Pirates vor Ort. Aber auch der Verlag für F&SF-Spiele wird dieses Jahr nicht auf der SPIEL vertreten sein und damit fehlt ausgerechnet das älteste deutschsprachige Rollenspiel, „Midgard“. [Update: Wie mich The Roach aufmerksam machte, hat der Verlag die Lizenz für Perry Rhodan verloren. Laut Dominik war er 2010 letztmalig auf der SPIEL gewesen.]

Wie dünn die Halle 6 der SPIEL wirklich sein wird, ist ab dem 20. Oktober 2011 zu sehen. Ohne um den heißen Brei herum reden zu wollen, muss die neue Frage also mittlerweile lauten: Lohnt die SPIEL für Pen-&-Paper-Rollenspieler noch?

Aber nun zu den Infos. Wie immer gilt: Die nachfolgende Aufstellung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Die Daten sowie die Coveransichten basieren zum größten Teil dankenswerterweise direkt auf Verlagsangaben. Wenn Ihr noch weitere Infos habt, hinterlasst diese gerne in den Kommentaren, ich aktualisiere diesen Artikel bis kurz vor der SPIEL regelmäßig. Via meinem Twitter-Stream gibt es dazu regelmäßig die Zwischen-Updates zu lesen.

Ach ja: Und wie im letzten Jahr, gibt es auch in diesem wieder einen parallel erscheinenen, dazu passenden Vorberichts-Podcast vom Ausgespielt-Team (dem ich ja seit über einem Jahr nun angehöre).

Rolemaster, Traveller, Aborea

(Halle 6, Stand 313)

Traveller Grundregelwerk LimitiertDer 13-Mann-Verlag  spendiert dem „Grundregelwerk“ für Traveller eine „Limitierte Edition“ (44,95 €). Bisher hat Sebastian Witzmann vom Verlag aber noch nicht das Geheimnis gelüftet, wie diese genau ausgestattet sein wird, das JPEG wird dem Werk vermutlich kaum gerecht.

Traveller: Aslan Ebenfalls neu für das SF-System ist der Settingband „Alien-Modul 1: Aslan“ (29,95 €). Hier geht es um „eine Rasse grausamer Karnivoren [die sich] zu einer intelligenten Spezies entwickelt [hat.]“ Neben der Geschichte und der Kultur, gibt es entsprechende spezielle Karrieren und Spezialisierungen für die Charaktergenerierung der Aslan, viele Tabellen und Regeln für aslanische Welten aber auch Infos zu der Trojan-Ausdehnung, einem kriegsgeschundenen Gebiet, dass nun als Grenzland zwischen Imperium und Aslan Hierat sich in keiner besonders guten Position befindet.

Für Rolemaster erscheint unterdessen das „Handbuch für Spielleiter“ (39,95 €). Dieses Werk ist nicht allein für das System des Verlags gedacht, sondern richtet sich ausdrücklich auch als Ratgeber an alle Fantasy-Rollenspielleiter. Dabei werden sogar spieltheoretische Geschmacksfragen wie „Wird das Spiel erfolgreicher, wenn es auf politische Intrigen abzielt, oder sollte es beim einfachen Verlies-Erkunden bleiben?“ behandelt, es gibt aber auch ganz praktische Tipps zu den Themen Spannung, Gruppendynamik, Motivation, Weltendesign oder Kampagnenentwicklung.

Bereits zur RPC erschienen, aber erstmals in Essen, wird Aborea gezeigt. Über das gelungene Einsteiger-„Tischrollenspiel“ (19,95 €) wurde bereits viel berichtet, in Essen gibt es weiterhin die Grundbox zu bestaunen.

Warhammer Fantasy, Warhammer 40k, Kleine Ängste

(Offenbar kein separater Stand in Halle 6)

Feder-und-Schwert wird nicht auf der SPIEL vertreten sein (s. Einleitung), aber mittlerweile ist der Heidelberger Spieleverlag bei den Warhammer-Rollenspielen in eine Kooperation eingesprungen und wird nun die Regelwerke in Essen präsentieren.

Zur Messe erscheint das Warhammer FantasySpielerhandbuch 3. Edition“ (44,95 €) sowie das „Spieler-“ (29,95 €) und das „Spielleiterarsenal“ (24,95 €). Während die Handbücher die Grundregeln darstellen (aufgeteilt in drei klassische Teile), beinhalten die dazu passenden Arsenale „wertvoll[e] Ressourcen wie Token, Aufstellern, Karrierebögen, Talentkarten, Aktionskarten, Gruppenbögen und Charakterbögen“ (Spielerarsenal) bzw. „kritischen Wunden-, Wahnsinn- und Besessenkarten [sic!], wie auch Standort- und Statuskarten und ein zusätzlicher Satz von Grundaktion [sic!]“ (Spielleiterarsenal).

Nicht mehr zur SPIEL schafft es das „Spielleiter-“ (34,95 €) und das „Kreaturenhandbuch“ (Preis steht noch nicht fest) sowie das „Kreaturenarsenal“ (29,95 €), die aber bereits im November nachgereicht werden.

Warhammer 40k: Agenten des ThronsFür Warhammer 40k gibt es die deutsche Version des vor einem Jahr im englischen Original erschienenen „Deathwatch Grundregelwerks“ (49,95 €). „Deathwatch ist ein Rollenspiel in dem [man] die Rolle eines Mitgliedes des Adeptus Astartes übernimmst [sic!] – eines ergebenen, biologisch verstärkten Supersoldaten auch bekannt als Space Marine.“

Ebenfalls noch neu: der Quellenband „Agenten des Throns“ (44,95 €) für den Schattenjäger-Ableger (Übersetzung von „Dark Heresy: Ascension“), das Akolythen erlaubt, ihren „rechtmäßige[n] Platz in den Rängen der heiligen Inquisition einzunehmen“. Es bietet elf weiterführende Karrieren, darunter „Vindicare Assassine“, neue Meistertalente und Fertigkeiten.

Noch ein kleiner Hinweis: Für Kleine Ängste ist Feder-und-Schwert noch alleine zuständig. Die just erschienene „Albtraum-Edition“ (34,95 €) steht jedoch ohne offizielle Repräsentanz auf der Messe dar.

Der Eine Ring, Myranor, Malmsturm, Dungeonslayers, Deadlands

(Halle 6, Stand 601)

Der Uhrwerk-Verlag leistet sich nach wie vor ein überraschend vielfältiges Prestige-Programm. Dieses Jahr kann Patric Götz mit „Der Eine Ring“ eine mit Spannung erwartete neue Version eines Mittelerde-Rollenspiels präsentieren. Nahezu zeitgleich zu der Veröffentlichung des englischsprachigen Originals beim britischen Verlag Cubicle 7 gibt es bereits die deutschsprachige Übersetzung. Das 336-Seiten-Hardcover „Der Eine Ring – Abenteuer am Rande der Wildnis“ (49,95 €) erscheint ebenfalls in einer auf 200 Exemplare limitierten, durchnummerierten Sonderausgabe (99,95 €), die in grünes Kunstleder gebunden und mit Golddruck und Metallecken verziert ist. Beide Versionen beinhalten auch zwei vollfarbige Posterkarten (Größe etwa DIN-A2). [Update: Patric hat nun das endgültige Cover für „Der Eine Ring“ bereitgestellt, das vorläufige habe ich damit ersetzt.]

Auf der Messe gibt es zusätzlich zu diesem neuen Herr-der-Ringe-Rollenspiel ein exklusives „Der Eine Ring“-Lesezeichen aus Kunststoff für die ersten 200 Käufer. Und wer damit noch alleine nicht zufrieden ist, kann auch ein spezielles Würfelset (6,95 €) erwerben.

Wer die Regeln lieber in Englisch haben möchte (die gibt es dort in einen besonderen Schuber mit integriertem Fach für die Würfel), braucht übrigens auf der SPIEL nur einen Stand weiter zu gehen – dort ist der britische Publisher vertreten.

Der DSA-Ableger Myranor bekommt eine neue Kampagne, oder besser eine alte, neu überarbeitete: Die Lamea-Kampagne „Jenseits des Horizonts“ (40,00 €) ermöglicht auf 272 Seiten „eine[r] aventurische[n] Heldengruppe den myranischen Kontinent [zu] erkunden und auch wieder in heimische Gefilde zurück[zu]kehren“.

Malmsturm – Die WeltMit etwas Verspätung erscheint das zweite Malmsturm-Buch. In „Malmsturm – Die Welt“ (49,95 €) wird auf sage und schreibe 528 Seiten die Kampagnenwelt für das erste deutsche FATE-Setting vorgestellt. Eigentlich hätte das Werk bereits zur RatCon im September erscheinen sollen, es gab aber Probleme mit der polnischen Druckerei und dem Goldschnitt. Laut Dominic sind die Bücher aber nun abgeholt und lediglich ein falscher Barcode muss noch in mühevoller Handarbeit überklebt werden.

Letztlich wird noch für Dungeonslayers ein Block mit 50 doppelseitigen fertigen Charakterbögen (8,95 €) erscheinen. Mir ist nun nicht klar, wo der Vorteil gegenüber des Selbstausdrucks liegt, vom Sparen von Tinte oder Toner einmal abgesehen. Dafür kosten die Bögen aber auch recht wenig. Außerdem gibt es auch eine A1-Farbkarte auf 170g Bilderdruckpapier, welche die Freien Lande darstellt (9,95 €).

[Update: Patric hat mich darauf hingewiesen, dass „Das Buch der Toten“ für Deadlands nicht bei Ulisses, sondern auch im Uhrwerk-Verlag erscheinen wird, allerdings erst im November/Dezember und nicht mehr zur Messe.] [Noch ein Update: Das noch vor wenigen Monaten zur SPIEL angekündigte Deadlands-Setting „Hölle auf Erden“ wird nicht in Essen erscheinen. Zwar steht die Übersetzung soweit, aber das Layout und die Bilder können leider erst nach der Messe in Angriff genommen werden.]

Private Eye

(Halle 6, Stand 312)

Private Eye: Tiefe WasserNeues Material für Private Eye gibt es auch dieses Jahr von der Redaktion Phantastik. 80 Seiten fasst der fünfte Abenteuerband „Tiefe Wasser“ (14,95 €), der rund um die Themse spielt. „Die Suche nach der Wahrheit über den Tod des Exilrussen Victor Stassow führt die Detektive nicht nur zu einer Tat, die die Geschichte veränderte, sondern auch in die Abgründe der Politik. Auf sich allein gestellt geraten sie zwischen die Mühlsteine des zaristischen Russlands und der eigenen Regierung! Sie müssen erkennen, dass manche Leute für ihre politischen Ziele vor nichts zurückschrecken. Die Welt wird für die Detektive danach nicht mehr dieselbe sein …“

Savage Worlds

(Halle 6, Stand 601)

Savage Worlds Gentlemen’s Edition RevisedPrometheus Games (auf der SPIEL ebenfalls auf dem Stand von Ulisses vertreten) hat seine Savage Worlds-Übersetzung überarbeitet und bereits im September die „Savage Worlds Gentlemen’s Edition Revised“ (34,95 €) herausgebracht. Mittlerweile umfasst das DIN B5-Hardcover satte 352 Seiten. Verlagsleiter Christian Loewenthal verweist auf The Roachs Rezension für weitere Infos.

Einsamer Wolf

(Halle 6, Stand 607)

Einsamer Wolf Mehrspielerbuch 2Auch der Mantikore Verlag wird wieder auf dieser SPIEL vertreten sein. Im Gepäck ist wieder ein Haufen alter, aber auch neuer Solo-Spielebücher für die „Einsamer Wolf“-Reihe: „6: Die Königreiche des Schreckens“ und „7: Schloss des Todes“ (je 14,95 €). Außerhalb der beliebten Reihe erscheinen weitere Solo-Spielebücher, darunter das historische „Weltgeschichte: Invasion der Normannen“ (11,95 €) und das fantastische „Legenden von Harkuna – Das Reich des Krieges“ (14,95 €).

Und frisch zur SPIEL gibt es auch für die Mehrspieler-Variante von Einsamer Wolf Nachschub: „2 – Der Schrecken der Schwarzen Lords“ (14,95 €).

Siebte See

(Halle 6, Stand 413)

Der Games-In-Verlag hält immer noch die deutsche Lizenz für die im englischen Original leider seit Jahren eingeschlafene 7te See-Reihe. Just erschienen ist die Übersetzung von „Ussura“. [Update: Wie in den Kommentaren von Jiba berichtet wird, hat der Verlag ebenfalls das Völkerbuch „Vendel & Vesten“ für Siebte See fertiggestellt.]

Arcane Codex, Frostzone

(Halle 6, Stand 408)

Cover Veruna (Arcane Codex)Der Verlag Nackter Stahl hat laut seinem Forum „Veruna“ (offenbar für Arcane Codex) fertig und sitzt seit einigen Tagen am Layout. Eine Veröffentlichung zur SPIEL erscheint damit kaum noch realistisch. Weitere Informationen, worum es bei „Veruna“ geht, konnte ich leider nicht in Erfahrung bringen (wären aber durchaus willkommen). [Update: Alex vom Nackter Stahl Verlag hat mich nun auf deren Foreneintrag zu Veruna aufmerksam gemacht. Demnach ist „Veruna“ ein neues Länderquellenbuch (35,00 €), dass eine stark an das alte Rom angelehnte Zivilisation im Detail vorstellt. Die 228 Seiten sollten nach letzter Auskunft der Druckerei es gerade noch zur SPIEL schaffen.]

Seit Juli gibt es bereits für das Endzeit-Rollenspiel Frostzone das Abenteuer „Moloch“ (9,00 €).

Das Schwarze Auge, John Sinclair, Pathfinder, Space Gothic

(Halle 6, Stand 601)

Ja, schlagt mich, ich bin halt kein Fan vom Schwarzen Auge und habe dort seit Jahren jeden Überblick verloren. Leider hat auch der Ulisses-Verlag auf meine Anfrage bisher nicht geantwortet und ich konnte auf deren Homepage auch nicht wirklich völlig nachvollziehen, was da denn jetzt eigentlich neu zur SPIEL erscheint. Immerhin im verlagseigenen Shop konnte ich immerhin noch ein paar Infos herausklauben: So erscheinen offenbar die Abenteuer „Maskenspiele & Kabale“ (20,00 €) und „Im Griff der Schwarzen Eiche“ (15,00 €) sowie der Aventurien Atlas (30,00 €, auch als Limitierte Edition für 50,00 €), in dem das Kartenmaterial für Aventurien für den Stand des Jahres 1035 BF aufbereitet wurde und damit die „Geographica Aventurica“ ergänzen kann.

Entdeckt habe ich an anderer Stelle das Abenteuer „Verfluchtes Atlantis“ für das Abenteuerspiel John Sinclair.

Und ebenfalls stolperte ich nur im „F-Shop“ über das Pathfinder-Einzel-Abenteuer für Helden der ersten Stufe „Die Krypta der Ewigen Flamme“ (11,95 €) und den ersten Teil (von sechs) des Abenteuerpfades „Der Spuk von Schreckensfels – Die Kadaverkrone“. Auch wurde hier auf die Materialsammlung „Extreme Overkill“ für Space Gothic [Update: Einer der Mitautoren des Werks hat in den Kommentaren auf ausführliche Informationen zu dem Werk in seinem Blog hingewiesen] verwiesen.

Shadowrun, Cthulhu, Quest

(Halle 6, Stand 417)

Pegasus spendiert dem Shadowrun-System das passende lokale deutsche Quellenbuch zur Messe in Essen: Das Buch „Rhein-Ruhr Megaplex“ gibt es als auf 250 Stück limitierte Version (49,95 €) – samt Holomuster auf edel-schwarzem Grund. Die reguläre Version (29,95 €) erscheint erst etwa einen Monat später und hat acht Seiten weniger in petto.

Das „Shadowrun-Grundregelwerk“ erscheint in einer korrigierten Neuauflage, bei der auch die Bindung überarbeitet wurde. Ebenfalls als Neuauflage gibt es das „Arsenal“, hier gab es aber kaum Änderungen.

Neu ist hingegen die Box „Das Schattenrüstzeug“ (39,95 €), in der man ein Seattle-Panorama-Poster, das Buch „Schattenwerkzeug“ (beinhaltet die drei Hefte „Kontakte, Abenteuer, Sprawlsites„, „Anatomie eines Schattenlaufs“ und das deutsche PACKS), das Abenteuer „Schattenkrieg“, die Tabellensammlung „Tabellenwerk“, einen Index für das Grundregelwerk, „alle braunen Bände“ und „Wildwechsel“, vier beidseitig bedruckte Sprawl-Karten (in Spieler- und Spielleiterversionen), Schnellübersichtskarten, dem Spielleiterschirm und drei Aufkleber gleichzeitig erwirbt. (Infos vom Sirdoom’s Bad Company-Blog)

Für Cthulhu gibt es die zweite, überarbeitete Edition von „Deutschland – Blutige Kriege & goldene Jahre“. Deutschland in den zwanziger Jahren wird ausführlich in den Bereichen Politik, Alltagsleben, Wirtschaft, Verkehr, Freizeit, Unterhaltung und vielen weiteren beschrieben. Aber auch finstere Kulturen und dunkle Dämonen kommen natürlich nicht zu kurz. Ebenfalls gibt es drei Abenteuer: „Tempus fugit!“, „Gefrorene Angst“ und „Bilderwahn“, zwei davon sogar als Erstveröffentlichung. Und zu guter Letzt liegt auch eine vollfarbige Reproduktion einer historischen Deutschlandkarte bei.

Cthulhu Spielleiterhandbuch dritte Edition – Limitierte AuflageEbenfalls erscheint die dritte Auflage des Spielleiter-Handbuches in einer limitierten Edition sowie die Settingbeschreibung „Kreuzzüge: Ritter im Heiligen Land“ zur Messe. Noch frisch ist darüber hinaus „Kingsport“ (39,95 €). In dem Abenteuer- und Quellenband wird die Lovecraftsche Küstenstadt detailliert beschrieben, ergänzt wird es durch eine großformatige Stadtkarte und insgesamt sieben Abenteuer, davon fünf erstmals in deutscher Übersetzung und zwei von deutschen Autoren neu ersonnene.

Quest „Der dunkle Kult“Und falls ich den Shop von Pegasus richtig interpretiere (leider hat die Pressestelle mir bisher nicht geantwortet) erscheint ebenfalls für das Einsteigersystem Quest die Erweiterung „Der dunkle Kult“. [Update: Michael von Pegasus liefert noch ein paar weitere Infos zu „Quest – Zeit der Helden“. Das bewährte Prinzip der „einfache[n] Spielregeln und spannenden Missionen zum sofort Loslegen“ sorgt auch beim zweite Teil „Der dunkle Kult“ für spannende Stunden. Ebenfalls wird in Essen das „Abenteuerbändchen #2“ exlusiv für Demospieler und Käufer am Pegasus-Stand erhältlich sein, wie auch der bereits erschienen „Abenteuerband #1“.]

Independent Games

(Halle 6, Stand 205)

Im letzten Jahr war der finnische Independent-Publisher Arkenstone Publishing mit einem Indy-Stand auf der SPIEL vertreten. Arkenstone selbst bringt unter anderen Erweiterungen für das großartige The Shadow of Yesterday heraus, im letzten Jahr waren aber auch unzählige weitere Indy-Spiele vor Ort kennenzulernen zu erwerben. Auch dieses Jahr ist dies ein Geheimtipp, der sich aber für alle Freunde jenseits des Mainstreams lohnt. PiHalbe hat letztes Jahr mit dem Arkenstone Verleger Eero Tuovinen ein Audio-Interview geführt, dass er in seinem PiCast-Podcast veröffentlichte.

FFF 2011: Fazit

Kategorie: Kino   ·   Geschrieben von Ron am 25. August 2011

Und damit enden dann auch wieder die diesjährigen Fantasy Filmfest-Kritiken hier im Blog. Hoffe, die Idee mit dem abschließenden Info-Block hat Euch gefallen, mir brachte sie durchaus Spaß, und ich hoffe damit auch immer einen kleinen Bogen zurück zum Rollenspiel gefunden zu haben.

Bleibt zu vermerken: die Kinosäle im Cinemaxx Dammtor in Hamburg sind echt angenehm klimatisiert – die Verkaufs- und Wartefläche davor leider nicht ansatzweise. Dass es aber direkt vor der Warteschlange bei Saal 1 so leckere Ben&Jerry’s-Eis-Milchshakes gibt ist … eine wunderbare Idee, und bestimmt Zufall! 2012 stehe ich da sicher wieder an.

Das war jetzt das 25. Fantasy Filmfest. Die habe ich zwar nicht alle mitgemacht (als es begann war ich halt noch unter 18), aber ich bin echt froh, dass es eine solche Geschichte jedes Jahr gibt. Ich bin seit 2001 dabei, wenn ich mich richtig erinnere, und möchte es gerne auch noch viele Jahre erleben. Danke an die Veranstalter.

FFF 2011: „Attack the Block“

Kategorie: Kino   ·   Geschrieben von Ron am 25. August 2011
Poster „Attack the Block“ (Studio Canal)

Poster „Attack the Block“ (Studio Canal)

Die Story

Eine junge Passantin wird in einer Londoner Vorstadt in der Silvester-Nacht von einer Gruppe halbwüchsiger Teenager überfallen. Plötzlich schlägt ein Meteor in ein nebenbei parkendes Auto ein. Der Anführer der Gang, Moses, schaut es sich näher an und wird von einem außerirdischen Monster angegriffen. Er kann es aber umbringen – und stolz bringen die Prolls ihre Beute in den „Tower“, der gigantische Wohnblock, in dem sie alle hausen.

Doch es bleibt nicht bei einem Außerirdischen. Während hunderte Raketen grelle Blitze in den Himmel tragen, treffen von dort weitere glühende Meteroiten auf die Nachbarschaft. Die Gang muss sich entscheiden, ihr Revier nun gegen pechschwarze Außerirdische Wesen zu verteidigen – und gleichzeitig unter dem Radar der Polizisten zu bleiben.

Die Kritik

John Boyega u. a. in „Attack the Block“ (Studio Canal)

John Boyega u. a. in „Attack the Block“ (Studio Canal)

Nach all den US-amerikanischen Produktionen der letzten Tage ist es durchaus erfrischend, einmal britisches Englisch zu hören – wenn man es denn verstehen könnte. Denn das ist für das ungeübte Ohr die erste große Herausforderung des Filmes: der Vorstadt-Slang gepaart mit dem Londoner Cockney-Akzent arg gewöhnungsbedürftig. Auch sind die Dialoge nicht ansatzweise so bissig und ironisch, wie man eigentlich aus einem Film, in dem Nick Frost mitspielt, erwarten würde. Die Story läuft dann so vor sich hin, es gibt recht wenige Überraschungen, aber dafür eine recht solide Leistung der jugendlichen Darsteller. Das Budget des Filmes war offenbar gering, Spezialeffekte sind eher dünn gesät und das Budget ging vermutlich für ein paar Fahrzeugcrashs und ein, zwei demolierte Wohnungen drauf. Interessante Wendungen, die man nicht schon meilenweit vorher gerochen hat, bleiben aus. Und auch das Thema „Ghetto-Kids“ gegen Aliens wird nicht wirklich ausgereizt. Leider. Es bleibt ein kleiner Genrefilm für Popcornfans. Nett. Aber eben nicht mehr.

Attack the Block (GB 2011)

Regie: Joe Cornish

Splatterfaktor: Vereinzelt.

Chance, den Film auch im regulären Kino zu sehen? Überraschenderweise ja. 22. September 2011 ist derzeitig angepeilter Deutschlandstart.

Was fürs Heimkino? Für einen gemütlichen Abend (mit Joint) …

Wie ist der Soundtrack? Sehr hip-hop-lastig. Passt zum Film, aber nix fürs Rollenspiel.

Besser als „Banlieue 13“? Anderes Genre, aber nein: der Punkt für den besseren Vorstadtfilm geht an Luc Besson.

Besser als „Misfits“ (TV Serie)? Ach, hätte man doch nur die Dialogschreiber dieser Serie engagiert …

Rollenspiel-Inspirationsfaktor? Nicht wirklich.

★★★★★★☆☆☆☆

FFF 2011: „Super“

Kategorie: Kino   ·   Geschrieben von Ron am 23. August 2011

Die Story

Frank (Rainn Wilson, „Juno“) hatte nur zwei Punkte in seinen bisherigen Leben, die ihn stolz machten. Der wichtigste davon war, Sarah (Liv Tyler, „Der Herr der Ringe“) zu treffen, und heiraten. Diese Heirat scheiterte, als Sarah an den zwielichtigen Jacques (Kevin Bacon, „Bacon-Faktor-Spiel“) gerät und durch diesen in alte Alkohol- und Drogensuchtexzesse zurückfällt.

Rainn Wilson in „Super“ (Crimson Bolt)

Rainn Wilson in „Super“ (Crimson Bolt)

Frank verzweifelt. Und im Moment seiner Verzweifelung wird er von Gott inspiriert. Genauer von einem cheesigen Superhelden namens „The Holy Avenger“ (Nathan Fillion, „Doctor Horrible’s Sing-Along-Blog“) aus dem Fernsehen. Er informiert sich daher bei der Comicshop-Verkäuferin Libby (Ellen Page, „Juno“), wie denn diese Superhelden-Geschichte überhaupt so funktioniert. Und schon bald bastelt er sich ebenfalls ein cheesiges Kostüm, nennt sich „The Crimson Bolt“ und jagt Schurken. Dabei hat er keine Superkräfte. Aber das macht er mit Enthusiasmus und einer Rohrzange, mit denen er die Schädel dieser Verbrecher einschlägt, locker wett …

You don’t butt in line! You don’t sell drugs! You don’t molest little children! You don’t profit off the misery of others! The rules were set a long time ago! They don’t change!

Die Kritik

„Kick Ass“ beschäftigte sich mit der These, was denn passieren würde, wenn ein einfacher Mensch sich in unserer Realität ein Kostüm anlegt und auf Verbrecherjagd gehen würde. Die Antwort gibt aber „Super“ weit besser. Dieser Film ist kompromisslos, gnadenlos unterhaltsam und gleichzeitig fröhlich schockierend. Er braucht nicht irgendwelche tollen Gadgets, um irgendwann in eine Superheldenrealität einzutauchen. Hier sind die Figuren gleichzeitig realer aber auch allesamt hoffnungslos überzeichnet.

„Super“ ist bisher das absolute Highlight des diesjährigen Fantasy Filmfestes. Beim besten Willen: ich kann den Film nur loben, mir fällt kein einziger Kritikpunkt ein. Selbst die Vergewaltigung im Film ist großes Kino. Es ist ein fantastisches Meisterwerk. Allerdings wie so oft, wird es sicher spalten und viele werden es hassen. Dennoch und vielleicht gerade deswegen: Angucken! Uns dreien hat er aber gefallen. Dieser Film ist perfekt!

„Super“ (USA 2010)

Regie: James Gunn („Slither“)

Splatterfaktor: En masse!

Chance, den Film auch im regulären Kino zu sehen? Bisher gibt es keinen Deutschlandstart. Leider eher unwahrscheinlich, dass da noch einer kommt.

Was fürs Heimkino? Die Blu-Ray werde ich vorbestellen!

Wie ist der Soundtrack? Unwichtig.

Besser als „Kick Ass“? Ich mochte „Kick Ass“. Ich konnte mir nicht vorstellen, dass dieser Film besser sein könnte. Ich habe mich geirrt.

Besser als „Defendor“? Ach, Woody Harrelson ist zwar gut, aber der Film an sich war doch eher lahm.

Rollenspiel-Inspirationsfaktor? Eher gering. Zu schnell gehen die Charaktere drauf. Vielleicht aber etwas für einen One Shot.

★★★★★★★★★★ (Ja, das sind 10 Punkte. Das stimmt so!)

FFF 2011: „The Divide“

Kategorie: Kino   ·   Geschrieben von Ron am 23. August 2011

Die Story

In New York explodieren offenbar mehrere Atombomben. Während noch die Pilze sich an den Fensterfronten spiegeln, retten sich einige Hausbewohner in den sicheren Keller des Hochhauses. Dort kennt sich einer vor allem aus: der Hausmeister Mickey (Michael „Terminator“ Biehn). Und der stellt gleich einige harte Regeln auf: die Tür wird keiner öffnen, damit kein radioaktiver Staub in die Zuflucht kommen kann. Der paranoide Hausmeister hat praktischerweise einige Konserven hier unten gehortet. Aber wie lange müssen sie dort unten ausharren? Und vor allem: was ist da oben los? Gibt es Hoffnung auf Rettung, oder ist die ganze Welt zerbombt?

Es dauert nicht lange, und die Notgruppe zerfällt unter diesen widrigen Umständen. Aus Angst wird Panik, Terror und Gewalt. Und plötzlich scheint sich jemand fremdes einen Zugang zu ihrer tristen Zuflucht zu verschaffen …

Die Kritik

Puh. Der Film schlägt auf den Magen. Man lässt sich zwangsweise auf eine düstere Dystopie ein, das war klar. Und es war auch klar, dass man dem Zerfall einer sozialen Gemeinschaft beiwohnen würde, die so drastisch vielleicht zuletzt in Oliver Hirschbiegels „Das Experiment“ gezeigt wurden, aber eigentlich nur bekanntes Material aus „Herr der Fliegen“ ist. Am Ende ist jeder sich selbst der nächste, wirkliche Helden gibt es nicht. Das wird einen schonungslos klar, während man die Spirale der Verzweifelung verfolgt, die einen dort gezeigt wird. Das kann nicht gut enden, wird einen ziemlich schnell klar. Dennoch klammert man sich, wie wohl die Protagonisten auch, an die vage Hoffnung, dass irgendwann eine Rettung naht und der selbst gemachte Horror irgendwann ein Ende hat.

Der Film löst nicht auf, wer oder was diesen nuklearen Alptraum verursacht hat. Darum geht es in dem Film auch gar nicht. Der Fokus liegt einzig und allein auf die soziale Isolation der Gruppe und wie diese mit dieser schrecklichen Situation umgeht. Entsprechend ist die schauspielerische Leistung um so wichtiger. Und diese ist durch die Bank gut bis herausragend. Neben dem schon erwähnten Michael Biehn, stechen der Milo Ventimiglia („Heroes“) und die bisher eher nur aus Nebenrollen bekannten Michael Eklund und Lauren German hervor. Andere geraten eher in den Hintergrund, was aber auch an der ihnen zugeteilten Rolle liegen mag. Immerhin: es gelingt den Kameramann auch in den eher beengten Räumlichkeiten zwar eine entsprechende Atmosphäre aber auch genügend Abwechslungen einzubauen.

Einige Entwicklungen sind nur schwer nachvollziehbar und man kommt von dem Gefühl nicht los, dass sie passieren mussten, damit ein entsprechender Weg später möglich war. Der Film ist dennoch sicherlich ein interessantes und gleichzeitig schockierendes Gedankenspiel. Er wird nicht unbedingt besonders lange in Erinnerung bleiben. Aber ein Erlebnis ist er sicherlich.

„The Divide“ (USA/CA/D 2011)

Regie: Xavier Gens („Hitman“)

Splatterfaktor: Oh, ja …

Chance, den Film auch im regulären Kino zu sehen? Soll wohl erst 2012 in den USA in die Kinos kommen, hierzulande tippe ich auf Direct2DVD irgendwann Mitte/Ende 2012.

Was fürs Heimkino? Lieber ausgeliehen. Mehrmals sehen muss man den Film nicht – und will es wohl auch nicht.

Wie ist der Soundtrack? Hat ein klares, ruhiges und trauriges Thema, das immer wieder variiert wird. Kann ich mir gut für entsprechende Rollenspiele vorstellen.

Besser als „Das Experiment“? Nein. Dazu gibt es ein paar Logiksprünge zu viel. Dennoch beängstigend.

Rollenspiel-Inspirationsfaktor? Keiner. Das möchte ich einfach nicht einer Rollenspielrunde zumuten.

★★★★★★☆☆☆☆

thedividethemovie.com