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    P&P-Rollenspiele können aus anderen Medien sehr viel abgucken. Von der Erzählweise moderner qualitativer TV-Serien, über den Aufbau grandioser Kinofilm-Reihen bis hin zu Roman-Reihen – all das sind Inspirationsquellen für diese modernen Erzählspiele. Neben diesem Haupt-Thema tauchen hier im EdiehBlog aber auch diverse andere Fundstücke auf …

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  • Fantasy Filmfest 2009: Die Fresh Blood Gewinner

    Kategorie: Kino   ·   Geschrieben von Ron am 10. September 2009

    Rosebud Entertainment hat die Gewinner des Fresh Blood Awards bekanntgegeben. Wie jedes Jahr durfte man auch diesmal Erstlings- (oder Zweit-) Filme von Regisseuren am Ausgang nach dem Film bewerten. Die Gewinner sind:

    1. District 9
    2. Moon
    3. Round da Way

    Den dritten Film haben wir nicht gesehen, aber die ersten beiden Filme stimmen mit meiner Meinung deutlich überein.

    District 9 kann und sollte seit heute in Deutschlands Kinos bewundert werden, Moon hat immer noch keinen Verleih.

    Firefly kommt nach Deutschland

    Kategorie: Fernsehen, Heimkino, Kino, Rollenspiele   ·   Geschrieben von Ron am 7. September 2009

    Es waren ja nur sieben Jahre. Sieben lange Jahre, die ein viel zu früh erloschenes Kleinod am Firmament der anspruchsvollen Fernsehunterhaltung dem deutschen Fernsehzuschauer enthalten wurde. Firefly ist eine der wohl innovativsten und gleichzeitig tragischsten Fernsehserien, die es je gegeben hat. Die Fusion aus Science Fiction und Western, angereichert mit vielen chinesischen Schimpfwörtern und den typischen Joss Whedon-Witz in den Dialogen, eroberte die Herzen tausender Fans in den USA im Sturm. Leider nicht die der Senderbosse von FOX, welche die Serie erst in chaotischer Reihenfolge auf einem schlechten Sendeplatz ausstrahlten, sich über die schlechten Quoten wunderten und dann nach gerade einmal 14 Episoden den Stecker rigoros zogen.

    Doch das kleine Wunder geschah: die Serie mobilisierte weltweit Fans, die DVD-Verkaufszahlen waren hervorragend, RTL kaufte die Rechte in Deutschland und synchronisierte die Serie, konnte sich aber nie zu einer Ausstrahlung durchringen. Letztlich erschien die fertig synchronisierte Serie als DVD-Box auch hier zu lande und fand durchaus einige Liebhaber. 2005, von dem Erfolg verwirrt, gab ein anderes Hollywoodstudio, Universal, der Serie eine zweite Chance – allerdings auf der großen Leinwand. Serenity hieß der Film und lockte Millionen Zuschauer in die Kinos. Dennoch spielte der Film seine Produktionskosten letztlich nicht wieder ein (wenn auch knapp). Auch in Deutschland wollten ihn sich gerade einmal knapp über 163.000 Zuschauer in den Kinos ansehen – was auch daran liegen konnte, dass der Großteil des Publikums die Vorläuferserie mangels TV-Ausstrahlung eben nicht kannte. Zu wenig für eine weitere Erfolgsgeschichte.

    RTL hat mittlerweile längst den Film Serenity gezeigt (ohne besonders gute Quoten). Und jetzt, sieben Jahre später, bringt der kleine RTL-Tochtersender SuperRTL nun die Serie. Spät abends am Sonnabend. Also auf einen Sendeplatz und einem Sender, den zu der Zeit am Wochenende kaum einer finden wird.

    Irgendwie ist das Karma.

    Das durchaus gelungene englische Rollenspiel-Regelwerk zu Serie und Film erschien 2005 unter dem Namen Serenity Roleplaying Game bei Margaret Weis Productions, Ltd. Es ist auch heute noch lieferbar und es ist sogar für Ende dieses Monats ein weiterer Quellenband namens Big Damn Heroes Handbook angekündigt.

    “You can’t stop the signal.”

    Ich treff‘ nen Elefanten und mach ihn zu meinem Freund!

    Kategorie: Rollenspiele   ·   Geschrieben von Ron am 2. September 2009

    elephantIn meiner Anfangszeit als Spielleiter hat mich einmal eine Mitspielerin völlig aus der Fassung gebracht. Auf die Frage, was ihr Charakter machen würde, antwortete sie: „Ich geh allein in den Wald, treff’ nen Elefanten und mach ihn zu meinem Freund!“. Damals habe ich darauf ziemlich überrascht reagiert und ihr den wichtigen Unterschied zwischen „Spieler bestimmt, was seine Figur machen will“ und „Spielleiter bestimmt, was die Umwelt macht“ nochmal deutlich dargelegt. Sie hat es etwas grummelnd zur Kenntnis genommen.

    Heute sehe ich das nicht mehr so.

    Heute bringt es mir Spaß, wenn mich als Spielleiter Spieler mit kreativen Ideen fordern und ein Stück weit das Universum und die Geschichte mitbestimmen. Dieses Stück weit habe ich über die Jahre immer breiter werden lassen – und die anfängliche Angst, dass ich dabei dann die Kontrolle über meine Spielwelt verlieren würde, hat sich nie bestätigt. Im Gegenteil. Die meisten Spieler haben ein sehr gutes Gespür dafür, welche NSCs in meinem Ressort bleiben sollten und welche Plotelemente sie meiner Steuerung überlassen. Aber selbst wenn sie es schaffen, etwas an meinen Plänen unbewusst zu verändern, ist es meist sehr viel interessanter, ein Stück weit die Kontrolle zu übergeben, und dann darauf zu reagieren – denn das fördert auch meine eigene Kreativität als Spielleiter.

    Und ganz nebenbei entsteht eine viel buntere Spielwelt, welche die Spieler mit ausgestalten und in der sie Details selbst hinzu erfinden können, ohne jedes mal darauf zu warten, bis sie meine Aufmerksamkeit haben und mit Outtime-Fragen stören. „Gibt es einen Kamin im Zimmer? Liegt draußen Holz?“ wird die Stimmung sehr viel mehr stören, als wenn sie sich selbst ein paar Freiheiten hinaus nehmen und sagen: „Ich gehe nach draußen in den bitterkalten Regen, hole ein paar durchweichte Holzscheite hinein und schaffe es nach unendlich lang erscheinender Zeit dann doch noch, die Scheite zu entzünden und etwas Wärme in diese Hütte hineinzubringen.“ Damit habe ich als Spielleiter kein einziges Plotelement verloren (außer ich wollte eine Holzanzünd-Probe machen, aber wenn ich an solchen Kinkerlitzchen wirklich Spaß hätte, wäre ich ein miserabler Geschichtenerzähler). Und wir alle haben so viel mehr Stimmung und Spielspaß gewonnen.

    * außer ich wollte eine Holzanzünd-Probe machen, aber wenn ich daran wirklich Spaß hätte, wäre ich ein schlechter Geschichtenerzähler.

    Fantasy Filmfest 2009: „Wasting Away“ und „Orphan“

    Kategorie: Kino   ·   Geschrieben von Ron am 25. August 2009

    Ein Tag später standen zwei weitere Filme auf unserem Programm. Mit dem ersten Film hatten wir dann auch gerade noch Glück, dass wir ihn überhaupt sehen konnten, es konnte gerade noch ein Ersatz-Beamer beschafft werden (ja, Beamer, der Film lag recht offensichtlich nicht auf Zelluloid vor). Dennoch lief er verspätet, weswegen wir fast eine ganze Stunde anstanden. Das ist die Crux mit der „freien Platzwahl“ – man muss um gute Plätze zu ergattern rechtzeitig da sein.

    Wasting Away

    Das Setup von Wasting Away klingt originell: ein missglücktes Militär-Experiment gerät in die Softeismaschine einer Bowling-Bahn und lässt vier Freunde zu Zombies mutieren. Doch die merken davon gar nichts, außer dass die Welt um sie herum plötzlich so unglaublich hektisch geworden ist. Irgendwann kommen sie auf den Trichter, dass da irgendwas nicht ganz stimmt, da sie ständig angegriffen werden und einen gewissen Appetit auf Gehirn entwickeln.

    Zombie in Wasting Away

    Zombie in Wasting Away (Wasted Pictures)

    Die Ausführung ist auch zunächst ordentlich spaßig. Durch den Wechsel von Schwarzweiß-Bildern und Farbbildern werden die unterschiedlichen Wahrnehmungen von Zombies und ihrer Umwelt für den Zuschauer einfach voneinander getrennt. Das skurrile Setting lässt eigentlich viel Raum für Gags. Dennoch: es hat sich ziemlich schnell abgenutzt. Nach einem recht schnellen Start plätschert der Film recht unstrukturiert vor sich hin, bald sind alle Zombie-Klischees abgearbeitet und dann weiß die Geschichte nicht mehr so recht, in welche Richtung es sich entwickeln soll. Und das Ende bleibt entsprechend uninspiriert und unbefriedigend.

    4,0 Punkte von maximal 10

    Orphan

    Kate Coleman (Vera Farmiga) hatte nach zwei Kindern eine Fehlgeburt erlitten und fand nur schwierig wieder ins reguläre Leben zurück. Entsprechend lange tat sie sich mit dem Wunsch um, ein weiteres Kind zu adoptieren. Und gemeinsam mit ihrem Ehemann John (Peter Sarsgaard) findet sie dann letztlich in einem katholischen Waisenhaus ein kleines Mädchen: Esther (Isabelle Fuhrman) verlor ihre Eltern in einem Feuer und ihr distanziertes Verhalten hatte ihr dort eine Außenseiterrolle gegeben. Die Colemans entscheiden zusammen, Esther in ihrer Familie aufzunehmen. Doch die Kleine hat eine düstere Vergangenheit und Stück für Stück bröckelt eine Fassade, die puren Horror verdeckt …

    Esther bekommt zwei neue Eltern

    Esther bekommt zwei neue Eltern (Warner Bros.)

    Der Horror in Orphan stammt aus dem Familienidyll, dass durch ein vermeintlich unschuldiges Kind zerstört wird. In dieser Hinsicht erinnert der Film an Klassiker wie Das Omen, aber auch an Die Hand an der Wiege oder Rosemarys Baby. In diesem Fall hat die gerade zwölfjährige Isabelle Fuhrman die schwierige Aufgabe einen so vielschichtigen und verstörenden Charakter darzustellen – und schafft es tatsächlich diverse andere Filmbösewichte locker auszustechen.

    Der Film ist entsprechend verstörend, erschreckend und zeigt deutlich, welche Gewalt Kinder über Erwachsene allein durch die Manipulation anderer Erwachsene haben könnten. Aber auch die anderen beiden Kinderdarsteller, Jimmy Bennett und Aryana Engineer überzeugen in ihren jeweiligen Rollen, die Erwachsenen sowieso. Regisseur Jaume Collet-Serra gelingt es nach dem durchwachsenen House of Wax einen Horrorfilm zu inszenieren, der vermutlich einige Nachahmer und -folger im Genre finden wird.

    7,5 Punkte von maximal 10

    Update: Der Starttermin von Orphan wurde in Deutschland durch den Verleih etwas vorgezogen. Neuer Termin ist 22. Oktober 2009.

    Fantasy Filmfest 2009: „District 9“ und „Moon“

    Kategorie: Kino   ·   Geschrieben von Ron am 24. August 2009

    Ja, es ist endlich wieder Fantasy Filmfest in Hamburg, und diesmal schaffen wir auch gleich zweimal zwei Filme. Die ersten beiden haben wir uns heute im proppe vollen Saal 1 des CinemaxX gegeben, zuerst Moon, dann District 9.

    Diesmal lief keine Premiere von irgendeinen obskuren deutschen Film parallel, dennoch war das Gedränge kaum besser als im letzten Jahr. Immerhin haben wir es geschafft, sehr gute Plätze zu erobern und mit der offiziellen Erlaubnis, Jacken als Reservierung zwischen den Filmen im Saal liegen zu lassen (auf eigene Gewähr) bekamen wir die gleichen Plätze auch beim zweiten Film. Wobei ich ja eigentlich lieber gleich im Saal geblieben wäre (aber warum das nicht geht, wurde ja deutlich bei f3a erklärt). Immerhin bekamen wir dann auch jeweils eine DVD geschenkt mit Trailern des FFF. Eine sehr nette Geste von Rosebud.

    District 9

    Im Internet ist derzeit kaum ein Weg um diesen Film herum, in den USA hat er wie eine Bombe eingeschlagen und die Box Office überrannt. Und das ganze zurecht. District 9 ist wirklich dieser grandiose Film.

    Ausschnitt aus dem Filmplakat von District 9

    Ausschnitt aus dem Filmplakat von District 9 (Sony Pictures Classics)

    Der Film startet mit einer Mocumentary über ein Ghetto von über Johannesburg gestrandeten Außerirdischen und den Fremdenfeindlichkeiten ihnen gegenüber. Es wird wenig darauf eingegangen, warum das Raumschiff hier gestrandet ist, was die als „Prawn“ abfällig betitelten Außerirdischen eigentlich hier wollten und warum sie nicht einfach weiter fliegen. Stattdessen zeigt er zunächst die Bemühungen von einem international bestellten Wirschafts-Unternehmen MNU, die Außerirdischen von dem Ghetto direkt bei Johannesburg in ein 200 Kilometer entferntes „Internierungslager“ zu schaffen. Es gibt jedoch Widerstand unter den Außerirdischen und ein Verwaltungsmitarbeiter wird mit einer Art Virus infiziert, das ihn zu einem wichtigen Aktivposten von MNU macht.

    Aus dem dokumentarischen Stil wird dann recht nahtlos übergehend ein Verschwörungsfilm und spontan ein Action-Reißer, der sich in Blut und Gewalt ungeniert wälzt. In keinem Spielfilm konnte man bisher so brutal und gleichzeitig grandios einen Mech wüten sehen (es wird eine legendäre Szene werden, wie der Mech einen Gegner mit einem Schwein ab-„wirft“). Gleichzeitig sieht man eine außerirdische Waffentechnologie, die der unsrigen nicht nur um Längen voraus ist, sondern auch wirklich fremdartig wirkt (also nicht nur in der Farbe des Laser-Strahls variiert). Und die Mischung aus CGI und Realfilm fällt einfach nicht auf – also so, wie es sein muss.

    District 9 schafft den Balanceakt zwischen solch unterschiedlichen Genren und ist sein Eintrittsgeld auf jedem Fall wert. Der internationale Erfolg hat Sony ermutigt, auch den offiziellen Start in Deutschland auf dem 10. September vorzuziehen. Auf dem Fantasy Filmfest war er ein wirkliches Highlight. Und entsprechend darf man sich bei Peter Jackson bedanken, der diesen Film überhaupt erst ermöglichte, und in den jungen Regisseur Neill Blomkamp investierte, dessen Kurzfilm Alive in Joburg die Grundlage für diesen Feature Film bot. District 10 ist bereits geplant, wie man vom Regisseur hört und da der Film bereits an einem Wochenende in den USA alleine seine Produktionskosten eingespielt hat wohl unausweichlich. Wenn wir nur ansatzweise so viel visuell zu sehen bekommen und gleichzeitig interessante ethische Konflikte serviert bekommen wie in diesem Film, ist ein weiterer Top-Hit gewiss.

    9,5 Punkte von maximal 10

    Moon

    Duncan Jones’ erster Feature Film beschreibt die Einsamkeit des Astronauten Sam Bell (Sam Rockwell) auf dem Mond, der dort allein die Bergbau-Maschinen überwacht. Lediglich GERTY (Stimme von Kevin Spacey), ein intelligentes Computersystem ist sein Ansprechpartner, direkte Kommunikation mit der Erde ist aufgrund eines Satelliten-Ausfalls schon seit Monaten nicht mehr möglich, aber immerhin ist sein Drei-Jahres-Vertrag bald am Auslaufen. Doch dann kommt es zu einem Unfall, dessen Auswirkungen so einiges umwerfen.

    Ganz allein: Sam Bell (Sam Rockwell) in Moon

    Ganz allein: Sam Bell (Sam Rockwell) in Moon (Sony Pictures Classics)

    Moon ist ein eher ruhiger Film, eigentlich ein psychologisches Kammerspiel rund um Sam und GERTY. Stellenweise wird man gerade bei GERTY an HAL aus 2001 erinnert um dann gleich wieder eines besseren belehrt zu werden. Sam wird mit sich selbst konfrontiert, muss seine eigene Existenz in Frage stellen und gleichzeitig einen Weg finden, ein schier unlösbares Problem zu lösen. Dabei ist es ein Film der leisen Töne mit fast monochromatischen Bildern die durch Clint Mansells (The Fountain) hypnotischem Soundtrack eine ganz besondere Wirkung entfalten. Und wenn dann der morgentliche Wecker mit dem Pop-Klassiker The One and Only diese Melancholie bewusst durchbricht, darf man auch mal lachen – um dann im nächsten Moment darüber nachzudenken, warum dieser Titel gewählt wurde.

    Der Film lief im „Quasi“-Double-Feature auf dem Fantasy Filmfest Hamburg mit District 9 und ist so gar nicht vergleichbar mit dem Actionfilm. Sam Rockwells schauspielerische Leistung ist nur zu beneiden, spielt er doch gleichzeitig so viele Facetten einer einzigen Figur. Eine wunderbare kleine philosophische Science Fiction Perle in der Tradition von Klassikern wie Outland – Planet der Verdammten, Blade Runner oder Lautlos im Weltraum, der leider noch ein Vertrieb in Deutschland fehlt.

    8,5 Punkte von maximal 10