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    • P&P-Rollenspiele können aus anderen Medien sehr viel abgucken. Von der Erzählweise moderner qualitativer TV-Serien, über den Aufbau grandioser Kinofilm-Reihen bis hin zu Roman-Reihen – all das sind Inspirationsquellen für diese modernen Erzählspiele. Neben diesem Haupt-Thema tauchen hier im EdiehBlog aber auch andere Fundstücke auf …
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Fantasy Filmfest 2010: „Enter the Void“

Kategorie: Kino   ·   Geschrieben von Ron am 23. August 2010

Ein Drogenjunkie/-dealer, der sich mit Wiedergeburt beschäftigt hat, stirbt auf einer Toilette und trauert danach seinem Leben nach – oder sucht ein neues Leben – oder so …

„Enter the Void“ (Wild Bunch)

Eigentlich ist der Plot bei „Enter the Void“ eine Nebensache, auch wenn er durchaus Figuren hat, deren Beziehungen im Laufe des Filmes erst klar werden.

Der Film ist bildgewaltig. Und eine kleine Selbsttherapie, denn wer nur den Vorspann überstanden hat, weiß, dass er für die nächsten Jahre nicht Epilepsie-gefährdet sein kann. „Trainspotting“ ist für Weicheier. Irgendwo ist der Film aber auch ziemlicher Mist. Und viel zu langatmig. Und visuell sehr faszinierend. Jedenfalls lässt er sich kaum richtig in Worte zusammenfassen.

Oder wie Jörg es zusammenfasste: „Meh!“

  • 3,0–6,5 von maximal 10 Punkten, vermutlich irgendwas davon gleichzeitig.

Der Film läuft am 26.08. offiziell in Deutschland an. Nehmt Kopfschmerztabletten und/oder Kotztüten mit!

Fantasy Filmfest 2010: „Centurion“

Kategorie: Kino   ·   Geschrieben von Ron am 23. August 2010

Im Jahre 117 nach Christi erstreckt sich das römische Weltreich über den Großteil des europäischen Kontinents. Nur im Norden der britischen Insel leisten die Pikten in dem schottischen Bergland erbarmungslosen Widerstand durch erfolgreiche Guerilla-Taktiken. Doch nun bekommt der Statthalter Britanniens aus Rom den Befehl, diesen Widerstand ein für alle mal zu brechen, koste es, was es wolle. Er schickt die neunte Legion, König Gorlacon ein für alle mal zu stürzen – in der Hoffnung, dass eine kopflose Schlange nicht mehr gefährlich sei.

Centurion (Celador Films)

Centurion“ handelt von einem historisch teilweise belegten Mysterium: die Neunte Legion (auch Legio VIIII Hispana) verschwand in den Geschichtsbüchern urplötzlich. Eine lange gern gehegte These war, dass sie in den schottischen Bergland komplett vernichtet wurde. Dieser Film handelt von dieser These, und so entfaltet sich ein römisches Zehn-Kleine-Negerlein-Spiel.

Regisseur Neil Marshall („The Descent“) schafft es, ein produktionstechnisches Niveau in der Größenordnung eines Ridley Scott-Historienfilms zu schaffen. Die Kamera verliebt sich – zurecht – immer wieder in das Terrain, gleichzeitig ist der Film blutig, hart und größtenteils gnadenlos. Die schauspielerischen Leistungen überzeugen, besonders Michael Fassbender („Inglorious Basterds“) spielt die Rolle des namen-gebenden Centurio souverän und ohne irgendwelche aufgesetzten Allüren. Und Modell Olga Kurylenko erweist sich ebenfalls nicht als Fehlbesetzung in der Rolle als eiskalte Pikten-Späherin. Selbst die Geschichte bleibt in sich logisch, auch wenn sie zu großten Teilen vorhersehbar ist.

Insgesamt ein wirklich lohnender Film, hat mich positiv überrascht.

  • 8,0 von maximal 10 Punkten.

Bisher ohne Starttermin in Deutschland, aber er hat bereits einen Verleih: Constantin Film.

Fantasy Filmfest 2010: „Monsters“

Kategorie: Kino   ·   Geschrieben von Ron am 20. August 2010

Vor sechs Jahren ist ein NASA-Raumschiff mit außerirdischem Leben an Bord abgestürzt und hat mit diesem einen Bereich zwischen Mexiko und den USA „infiziert“. Und zwar mit Cthulhu-ähnlichen, gigantischen Monstern. Durch diese Quarantäne-Zone muss der Fotoreporter Andrew unfreiwillig die verwöhnte Tochter seines Chefs, Samantha, eskortieren, da die letzte, reichlich überteuerte, Fähre ohne sie abgefahren ist.

Ausschnitt aus dem Filmplakat von „Monsters“ (Vertigo Films)

Der Film „Monsters“ ist schwer zu klassifizieren, am ehesten trifft wohl noch Road-Movie. Zwei ungleiche Charaktere (Scoot McNairy und Whitney Able), die dennoch (erwartungsmäßig) bald eine Chemie entwickeln und sich auch näher kommen, müssen sich durch ein neu verwildertes Land durchschlagen um zur Grenze in ihr altes Leben zu kommen. Dabei stellen sich ihnen die Monster in den Weg, die mit ihren Tentakeln problemlos Autos in Bäume schleudern. Ein Setup, bei dem man viel erwartet: großartige Kampfszenen, bizarre Kreaturen, Horroreffekte, u.s.w. – doch irgendwo bleibt dies alles im Hintergrund. Denn der Film dreht sich tatsächlich nur um den Weg den die beiden Protagonisten gehen und der erwartungsgemäß in der Frage, ob sich beide kriegen, endet. Dabei ist der Film über langen Strecken äußerst ruhig, beobachtet die Kamera doch nur die Szenerie einer zerstörten Welt – und die Menschen, die in dieser Welt dennoch ihr Schicksal bestreiten.

Dennoch fehlt dem Film irgendwo eine Struktur. Es gibt eigentlich keinen Konflikt, der dann irgendwann aufgelöst wird. Die Charaktere entwickeln sich zwar weiter (vorrangig aufeinander zu), aber es gibt keinen Showdown – stattdessen nimmt der Ritt der Walküren das Ende vorweg. Dies mag auch dem Prozess zu verdanken sein, wie der Film entstanden ist. Denn eigentlich ist nur eine Minimalcrew sowie zwei Schauspieler sich durch Mexiko, Costa Rica und Texas gefahren und hat an den Punkten, an denen die Szenerie gerade passte, improvisiert – gerne und oft auch mit der Einbindung von Einheimischen, wie der Regisseur Gareth Edwards in einem Q&A am Ende der Vorführung berichtet. Das Drehbuch war kein solches, sondern lediglich eine Ansammlung von Ideen, was den Charakteren physisch oder emotional passieren könnte. Diese Sammlung haben sie unterwegs immer wieder neu hektisch durchblättert und dann den Dialog, oder die Szene improvisiert. Was tatsächlich zu teilweise sehr langen Bereichen im Film führt, die gar völlig ohne Dialog auskommen.

Insofern arbeitete der Regisseur teilweise so, wie ein guter Spielleiter im Rollenspiel auch agieren kann: er hat einige zentrale Punkte festgesetzt und der Rest wird aus dem, was ihm begegnet improvisiert. Ergebnisoffen. Und so ist das Ergebnis des Filmes auch: offen. Auch wenn ich ansonsten Filme mag, die nicht alles beantworten müssen sondern mit einer Frage (oder einem sich drehenden Kreisel) enden, so hat dieses Filmende einen bis dahin interessanten Road Trip doch heruntergezogen. Irgendwie bleibt das schale Gefühl nach, dass auch das Team irgendwann festgestellt hat, dass sie eigentlich kein anständiges Material für ein ordentliches Ende hatten. Und daher verpufft ein Film, der bis dahin wirklich großartig hätte werden können, im Finale leider zu einem bedeutungslosen Murks. Und wenn dann Samantha sagt: „I don’t wanna go“ wirkt das nur noch schal und fade.

Die infizierte Zone in „Monsters“ (Vertigo Films)

Dennoch bleibt es faszinierend, was kreativ auch aus sehr schmalen Budgets herauszuholen ist – dem Film sieht man dies echt nicht an. Schlecht ist der Film sicher nicht. Aber der große Bringer wie „District 9“ ist er nicht geworden. Aus dem Regisseur kann echt noch etwas werden – und sympathisch im Q&A war er allemal.Vielleicht nimmt er das nächste Mal einfach mal ein Drehbuch mit auf eine solche Reise.

  • 7,5 von maximal 10 Punkten

Der Film startet im Oktober in wenigen Kinos in den USA, im November im Vereinten Königreich, bei uns soll er im Dezember in die Kinos kommen.

Rollenspiel via Skype – nur das Zweitbeste

Kategorie: Rollenspiele   ·   Geschrieben von Ron am 15. August 2010

Durch das (leider von meinem Server verschleppte) Trackback von Edalon wurde ich daran erinnert, dass ich einmal ausführlicher über meine Rollenspiel-via-Skype-Erfahrungen sprechen wollte.

Zur Erinnerung: wir hatten bereits Ende 2007/Anfang 2008 damit experimentiert. In einer Statusübersicht habe ich im März kurz berichtet, dass wir das Skype-Spiel wieder eingestellt haben. Die Gründe dazu möchte ich hier etwas ausführlicher darlegen:

  • Die Technik: Zwar ist die Tonübertragung von Skype wirklich gut, auch in Multiplen Konferenzen, aber bei irgendeinem ist das Mikro immer leicht kaputt, irgendeiner schnaubt regelmäßig rein oder scheint akustisch das Mikro aufzuessen. Mit der Zeit hat man heraus, dass man am besten das Mikro auf Stumm schaltet, wenn man nicht dran ist. Aber dann kommt es im Gegenzug immer wieder zum Vergessen das Mikro anzuschalten, wenn man dran ist – was ebenfalls zu Problemen führt.  Und ein Skype oder gar DSL-Reconnect mitten in einer spannenden Szene ist wirklich nervig.
  • Dazu kommt, dass, sobald mehr als zwei Teilnehmer der Konferenz sprechen wollen, dies aufgrund der Technik nicht mehr möglich ist. Dies ist kein Skype-Problem, sondern liegt daran, dass wir aufgrund der fehlenden räumlichen Ortung Schwierigkeiten haben, die einzelnen Stimmen zu „sortieren“.
  • Die Spielerdisziplin: Jeder ist bei sich zu Hause. Dadurch vervielfachen sich die „externen Störungen“-Wahrscheinlichkeiten, sprich: die Freundin kommt rein und verlangt Streicheleinheiten, der Pizzaservice klingelt, ein Telefonanruf unterbricht, u.s.w.
  • Fehlende non-verbale Kommunikation: Im Gegensatz zum Tisch-Rollenspiel verringern wir uns auf zrei Kommunikationskanäle: die Aussage (konkrete Botschaft) sowie die Stimmlage (emotionale Einschätzung). Non-verbale Kommunikation wie Gestik, Mimik, etc. fällt vollkommen heraus. Dies vermisst man wirklich, die Sozialwissenschaft geht lediglich von einem Anteil von 10–20 % der verbalen Kommunikation an einem Gespräch aus (vgl. Wikipedia). Beim Rollenspiel mag sie aufgrund der geübten Imagination der Spieler, bzw. der Immersion zwar höher sein, aber dennoch fehlt hier ein wichtiger Part. Auch in der Spielorganisation, so gelingt es am Tisch problemlos, einen Kommunikationswunsch mit einem anderen Spieler durch Augenkontakt zu etablieren. Dafür bietet das Skype-Rollenspiel allerdings einen weiteren Kanal: der parallel laufende Gruppenchat sowie Einzelchats. Dieser kann zu kurzen Beschreibungen genutzt werden bis hin zu parallel laufenden Gesprächen.
  • Interaktion wird verringert. Aufgrund der technischen Einschränkungen ist es nur schwer möglich ein wirklich dynamisches Spiel zu erzeugen. Ich persönlich bevorzuge es als Spielleiter, wenn ein Kreuzfeuer zwischen den Spielern entsteht und ich nur von Zeit zu Zeit durch NSCs weitere Impulse beisteuern muss. Ich schreibe es der Technik zu, dass diese Momente beim Skype-Spiel kaum auftraten, stattdessen war es lediglich eine sternförmige Kommunikationsstruktur, d.h. die Kommunikation fand fast völlig zentriert über den Spielleiter statt, eine Vermaschung gab es viel zu wenig.

Sternförmige und Vermaschte Kommunikationsstrukturen

  • Dies bedeutet auch weniger Pausen für mich als Spielleiter. Da ich generell größtenteils Ergebnis-offen meistere (d.h. es gibt zwar vorgefertigte Probleme für die Spieler, aber der Ausgang ist nicht von vornherein vorbestimmt sondern wird durch die Spieler ermittelt), brauche ich zwischenzeitlich kleine Denkpausen, um weiter zu planen. Ich muss die Reaktionen der NSCs auf neue Situationen bedenken, etc. Durch die sternförmige Kommunikation kann ich das leider nicht mehr ausreichend, da ich mich fast ständig auf die Dialoge konzentrieren muss.

Dies sind durchaus wichtige Nachteile, die für mich ein Spiel via Skype wirklich vermiesen. Derzeit habe ich sowohl als Spieler, als auch als Spielleiter genügend Alternativen mit „realem“ Spiel. Als Alternative für Spielrunden, die sich ansonsten aufgrund von Umzügen, etc., komplett zerlegt hätten, ist es aber immer noch gut geeignet. Genauso wie ein gemütliches Gespräch in der Kneipe einem Telefonat sicher von fast jedem vorgezogen wird oder ein Spiel in der Brettspielwelt eine gute Alternative ist, einen realen, gemütlichen Spieleabend aber nicht vollständig ersetzen kann.

Fantasy Filmfest 2010: Der Plan

Kategorie: Kino   ·   Geschrieben von Ron am 13. August 2010

Wieder einmal sind es vier Filme geworden, für die wir uns Karten besorgt haben. Dieses Jahr will ich kurz meine Erwartungen skizzieren:

„Monsters“ – wünsche mir einen Film wie „District 9“ im letzten Jahr. Rechne aber realistisch mit weniger Metaebene und noch mehr Blut. Eher etwas in Richtung „Cloverfield“. Was ja auch nicht schlecht sein muss. Von den Filmen dieses Jahres vielleicht der mit Abstand am Blockbuster-tauglichsten.

„Centurion“ – erwarte eigentlich reines Hack’n’slay. Wenn da irgendwo noch eine Story drinsteckt, bin ich angenehm überrascht. Und wenn die mehr Substanz als „King Arthur“ aufbietet, bin ich schon zufrieden. Chancen stehen also durchaus nicht so schlecht.

„Enter the Void“ – das wird wohl der WTF-Moment des FFF dieses Jahres. Vermutlich zu bizarr, um sich wirklich große Gedanken vorher darum zu machen – und nachher darf man es nicht, wenn man keine spontanen Gehirnblutungen riskieren will. Und irgendwie bin ich jetzt schon froh, dass der Film nicht in 3D-Kopfschmerz gedreht wurde.

„Suck“ – erwarte eine durchgeknallte Vampir-Komödie, die schön mit den Klischees spielt. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.